Das Kreislaufsystem wird in der Abteilung Innere Medizin/ Leistungsdiagnostik sportmedizinischer Untersuchungsstellen meist durch Fachärzte für Innere Medizin bzw. Allgemeinmedizin mit der Zusatzbezeichnung Sportmedizin getestet. Dabei wird in einer möglichst jährlich durchzuführenden Überprüfung bei Hochleistungs-, Profi- und Freizeitsportlern nach der Befragung zur Krankheitsgeschichte eine umfassende sportärztliche Untersuchung und Beratung mit Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustandes, des Leistungsstandes sowie des Haltungs- und Bewegungsapparates durchgeführt. Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung umfasst ein Ruhe-EKG mit Blutdruck- und Pulsmessung, eine Ergometrie (Fahrrad-, Laufband- oder Ruderbelastung) mit Pulskontrolle, ein Belastungs-EKG (bei Erstuntersuchungen, Kaderangehörigen und bei ärztlicher Anordnung), eine Lungenfunktionsprüfung, eine Größen- und Gewichtsmessung, eine Analyse des Ernährungszustandes sowie des Körperfettprozentsatzes. Außerdem wird eine Kontrolle des Urins auf Eiweiß, Zucker und Bakterien durchgeführt. Es wird für jeden Sportler ein schriftlicher sportmedizinischer Sofortbefund ausgestellt.
Die Untersuchung erfolgt bei Kindern und Jugendlichen von 8 bis 18 Jahren gegen eine Gebühr von 73,- €, sonst von 99,- €. Alle Sonderleistungen wie Röntgen, komplette Labordiagnostik, Ultraschall des Bauches, des Herzens (auch mit Farbdoppler), Spiroergometrie und Laktatbestimmung werden nach den Gebührensätzen des BAL (Bundesausschuß Leistungssport) bzw. entsprechenden Gebühren für Einzelleistungen nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. Einzelheiten können bei der Anmeldung der sportmedizinischen Untersuchungsstellen bzw. beim Landessportbund erfragt werden.
Physiologische Anpassungserscheinungen beim Sportler: Durch Kräftigung der Brustkorbmuskulatur kann die Luft bei geringerer Anstrengung schneller ein- und ausgeatmet werden. Der Sauerstoff wird schneller von der Lunge zum Herzen transportiert und überall im Körper verteilt, weil das Herz stärker schlägt und mehr Blut pro Schlag pumpen kann. Selbst bei schwerer Arbeit ist die Anzahl der Herzschläge in der Minute geringer als beim untrainierten Herzen. Die Gefäße, die das Blut zum Körpergewebe transportieren, nehmen zahlenmäßig und im Durchmesser zu. Dadurch wird das gesamte Gewebe besser mit Sauerstoff zur Energieerzeugung versorgt. Im Körper fließt eine größere Menge Blut, d. h. mehr rote Blutzellen bzw. Hämoglobin zum Transport des Sauerstoffs. Alle Muskelgewebe und Gefäße erhalten eine stärkere Spannung, so dass das Blut leichter fließen kann.
Bei Sportlern treten weniger Herzinfarkte, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit auf. Risikofaktoren und Frühstadien dieser Erkrankungen können durch die jährliche sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung entdeckt und damit frühzeitig behandelt werden.
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