Gelenkknorpel-Rekonstruktion durch Autrologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)
Während bei klassischen Maßnahmen sehr oft eine neuerliche Operation notwendig ist, ist die Gelenkknorpelrekonstruktion durch die biomedizinische Methode der autologen Knorpelzellentransplantation nachhaltig erfolgreich. Wie diese Methode funktioniert? Knorpelgewebe wird arthroskopisch entnommen. In einem Spezial-Labor werden Knorpelzellen millionenfach vermehrt, um sie in den defekten Knorpel zu transplantieren. Die Chondrozyten, die Knorpelzellen, sind die einzigen lebenden Bestandteile eines Knorpels.Ca. 30 Millionen Zellen werden im IGOR (Institut für Gewebe- und Organrekonstruktion) für jede Transplantation gezüchtet. Durch die Produktion einer sehr hohen Zahl an Zellen innerhalb kürzester Zeit sind Zellen schneller verfügbar und frisch transplantierbar. Daraus ergibt sich eine hohe Vitalität der Zellen.
Conclusio: Je frischer und hochwertiger die Zellen sind, die eingebettet werden, desto besser ist auch die Knorpelproduktion.
| Die Technik durch ACT | ||
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1 Knorpelbiopsat-EntnahmeArthroskopisch werden an einer gesunden, wenig belasteten Stelle des Gelenks, mindestens zwei etwa linsengroße Knorpelstücke entnommen.2 Zellkultur züchtenInnerhalb von drei Wochen werden ca. 30 Millionen patienteneigene Zellen gezüchtet. |
3 Präparation und TransplantationSchritt 1: Präparation des Defektes. Schadhaftes Gewebe sorgfältig debridieren, im gesunden Gewebe soll eine gute Knorpelschulter entstehen. Schritt 2: Zuschneiden des trockenen Vlieses. Das noch nicht mit Zellen besetzte Vlies wird exakt nach Defektrand zugeschnitten. Schritt 3: Herstellen des Fibringels. Mischen von Fibrin mit der für jeden Anwendungsfall eigens hergestellten Modifikationslösung. Schritt 4: Herstellen des Zell-Fibringemisches. Alle ca. 30 Millionen frischen Zellen werden mit dem modifizierten Fibringel sorgfältig vermischt. |
Schritt 5: Vlies befüllen. Das zugeschnittene Vlies von beiden Seiten mit dem gesamten Zell-Fibringemisch - ca. 30 Millionen Zellen - befüllen, bis es vollständig durchtränkt ist. Schritt 6: Einbringen in den Defekt. Das mit dem Zell-Fibringemisch durchtränkte Transplantat in den Defekt einbringen. Durch leichten Druck lässt sich das Konstrukt in seiner Dicke der Form und Tiefe des Defektes sowie der Stärke des umgebenden Knorpels anpassen. Bei sehr tiefen Defekten kann auch eine zweite Lage aufgebracht werden. Durch die Zugabe des Thrombins entsteht ein ultrafeines, sehr stabiles Hydrogel, das die Zellen optimal umschließt, schützt und dafür sorgt, dass sich das Konstrukt exakt nach der Form des Defektes verfestigt. Eine Verbindung von altem und neuem Gewebe entsteht. |
Wer kommt für die Autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT) in Frage?
Derzeit wird die Methode für Knoprpelschäden nach Verletzungen des Kniegelenkes bei physiologisch jüngeren Patienten (18 - 55 Jahre) eingesetzt. Besonders Schäden an den Gelenksflächen des Oberschenkelknochens und der Kniescheibe eignen sich für diese innovative Behandlungstechnik. Darüber hinaus eignet sich die Methode noch für die Anwendung an anderen Gelenken, wobei von Fall zu Fall entschieden werden muss, ob diese Technik des Tissue Engineerings zweckmäßig ist.Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von leomed Medical Systems (www.leomed.at) und igoR Institut für Gewebe- und Organrekonstruktion GmbH (www.igor.at)

